Länderinfo: Mauretanien

Stand der Informationen: Februar 2017

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Unsere Länderbeschreibung
Sicherheit
Regenzeiten und beste Reisezeit
Sprachen
Visa
Einreise (Personen und Auto)
Ausreise (Personen und Auto)
Autoversicherung
Polizei-Checkpoints und anderer Ärger
Geld und Bankomaten
Dieselpreis und beste Tankstelle
Empfehlenswerte Campingplätze
Bushcamps
Reiseführer
Offroadführer und GPS-Tracks
Unsere Highlights

Alle Informationen sind persönliche und subjektive Erfahrungen und Einschätzungen und daher unter keinen Umständen bindend. Bitte beachtet dazu auch unseren Hinweis zu den Länderinformationen auf der Übersichtsseite.

Unsere Länderbeschreibung: „Mauretanien ist magisch“ erzählt uns ein Marokkaner kurz vor der Einreise. Und er behält Recht. Nirgendwo auf unserer Transafrika-Reise konnten wir mehr Sahara- und Tausendundeine-Nacht-Feeling erleben, als hier. Nirgendwo konnten wir die magische Macht der Einsamkeit in der Wüste mehr spüren, als hier. Die Mauren sind sehr stolz und sehr nett. Der Islam ist omnipräsent aber aus unserer Sicht viel lockerer als zum Beispiel in Marokko. Die Menschen sind halt Moslems und leben trotzdem locker ihr Leben. In Marokko hatten wir hin und wieder das Gefühl, dass der Islam kaum Platz mehr für Anderes lässt und an manchen Orten fast beklemmt. Leider liegt der Tourismus in Mauretanien wegen diversen Reisewarnungen am Boden, nur ein paar Overlander und vereinzelte Backpacker wagen sich in’s Land. Wer sich traut, wird reicht belohnt. Hunderte Quadratkilometer Wüsten- und Dünenlandschaften warten darauf, erkundet zu werden. Dazwischen finden sich geschichtsträchtige, saftig-grüne Palmenoasen. An der Küste kann man drei Nationalparks besuchen und den Fisch- und Vogelreichtum bewundern.

Sicherheit: Wenn man die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise zu Mauretanien beim Auswärtigen Amt liest, kann einem schlecht werden. Es klingt so, als laufen die Islamisten in Nordmali frei über die Grenze herüber und als könnte man jede Sekunde überall im Land überfallen oder entführt werden. Nachdem wir dann mit erfahrenen Afrikareisenden gesprochen und diverse Foren konsultiert hatten, sah die Lage schon ganz anders aus. Ja, das Grenzgebiet zu Mali, also den kompletten Osten Mauretaniens, sowie Nordmauretanien sollte man meiden. Der Rest des Landes ist aus unserer Sicht aber problemlos und sicher zu bereisen. Der letzte große Vorfall liegt über 10 Jahre her, als in 2007 eine französische Familie bei Nouakchott durch Al-Qaida im Maghreb um’s Leben kam. Seither gab es laut Kennern aber keine größeren Vorfälle mehr, bei denen Touristen ernsthaft zu Schaden kamen. Auch wenn man nie sicher sein kann, wir würden aktuell wieder nach Mauretanien reisen.

Regenzeiten und beste Reisezeit: Keine Regenzeiten. In Mauretanien regnet es höchst selten, das Land ist aus unserer Sicht daher ganzjährig bereisbar. Allerdings soll es rund um den Sommer unmenschlich heiß werden, Hauptreisezeit ist daher wie Marokko: November-Februar.

Sprachen: Französischkenntnisse sind eigentlich ein Muss. Wer Null Französisch spricht, wird sich mit den wenigsten Einheimischen unterhalten können, denn Englisch verstehen nur die wenigsten.

Visa: On Arrival. Kosten: 55,- Euro pro Person. Gültigkeit: 3 Monate. Wir haben unser Visum direkt an der Grenze Marokko- bzw. Westsahara-Mauretanien erhalten. Ein (kostenpflichtiges) Einladungsschreiben, wie es zum Beispiel im Reiseführer von Edith Kohlbach empfohlen wird, ist kompletter Humbug und wird nicht benötigt.

Einreise (Personen und Auto): Am Grenzposten kontrolliert zunächst die Polizei die Pässe. Danach geht es nebenan in einen kleines, dreckiges, dunkles Loch: Das Visa-Büro. Dort zahlt man 55,- Euro pro Person, hält seine Fingerabdrücke auf den Sensor und lächelt für ein Foto in die Webcam. Davor oder danach sollte eigentlich das Auto durchsucht werden, oftmals gibt es wohl strenge Kontrollen. Vor allem nach Alkohol wird gesucht, wovon man nur etwa einen halben Liter (Hartalk) einführen darf. Wir hatten natürlich auch was dabei, wurden aber nicht kontrolliert, sondern mit einer Ghetto-Faust gegrüßt und weitergeschickt. Danach parkt man vor dem Zollbüro, das sich in einem umgeschweißten Schiffscontainer befindet. Dort bezahlt man etwa 4.000 UM (etwa 10 Euro) für ein Passavant, mit dem man sein Auto 30 Tage durch das Land fahren darf. Kein Carnet de Passage erforderlich.

Ausreise (Personen und Auto): Wir sind am Grenzposten Diama von Mauretanien in den Senegal ausgereist. Achtung: Wer in den Senegal fahren will, sollte auf garkeinen Fall den Fehler machen, über Rosso auszureisen. Rosso ist das Mafia- und Schlepperloch schlechthin. Teilweise mussten Overlander zwischen mehreren Hundert oder sogar deutlich über Tausend Euro für Fake-Papiere, Fähre, korrupte Beamte und Schlepper bezahlen. Wir haben auf der Reise persönlich mit Betroffenen gesprochen, die dort richtig gemolken wurden. Also: beste Ausreise Mauretanien und Einreise Senegal über den Damm von Diama! Dort ist es sehr ruhig und die Ausreise lief komplett stressfrei. Erst Kontrolle des Passavants beim Zoll, 10 Euro Gebühr. Dann Kontrolle der Reisepässe bei der Polizei/Immigration, nochmals 10 Euro Gebühr (hier sind wir nicht sicher, ob diese 10 Euro nicht ein Ripp-Off waren, Belege gibt es keine). Dann nochmals etwa 5,- Euro Gebühr für Irgendwas. In der Summe kostete uns die Ausreise also etwa 25 Euro und  1 Stunde Zeit.

Autoversicherung: Direkt hinter der Grenze bei der Einreise warten schon die Versicherungs-Heinis. Wir haben etwa 30 Euro für einen Monat KFZ-Versicherung bezahlt (Haftpflichtversicherung).

Polizei-Checkpoints und anderer Ärger: Es gibt sehr viele Polizeicheckpoints, an denen man auch immer angehalten wird. Man sollte einen Fiche (Zusammenfassung der persönlichen Daten, kann z.B. auch Kopie des Reisepasses sein) dabei haben, dann kann man nach kurzem Smalltalk meistens sofort weiterfahren. Die Polizei vermerkt einen am Checkpoint und funkt die Ankunft oft auch zum nächsten Checkpoint durch. Wenn man dort nach einer gewissen Zeit nicht oder nie ankommen würde, soll es auch schon einmal zum Auslösen einer Suchaktion gekommen sein. Alle Sicherheitskräfte waren nett zu uns. Ein paar Mal wurde nach einem „Cadeaux“ gefragt, das es natürlich nie gab.

Geld und Bankomaten: Wechselkurs 1 Euro = ca. 4.000 UM. Bankomaten für Abhebungen mit VISA-Karten finden sich in den größeren Städten. Wer in die Oasen oder abseits von großen Städten fährt (groß sind z.B. Nouadhibou, Nouackhott oder Atar), sollte lieber vorher abheben und eine Reserve mitnehmen.

Dieselpreis und beste Tankstelle: Dieselpreis Mauretanien 1 Liter = ca. 1 Euro. Beste Tanke bzw. bester Sprit: Star-Tankstellen (auch wenn sie manchmal etwas heruntergekommen aussehen). Keine Probleme mit der Qualität oder Verfügbarkeit von Diesel.

Empfehlenswerte Campingplätze:

Alle Preise beziehen sich jeweils auf eine Nacht (zwei Personen mit Auto).

1. Nouadhibou: Camping Baie du Lévrier. Kosten 5.000 UM (ca. 12 Euro). Eher kleiner Platz, relativ zentral in der Stadt. Der Besitzer Ali ist nett, aber schon etwas durch. Einfache WC und Duschen, warme Duschen muss man wohl ankündigen und bezahlen. Auf dem Platz findet sich ein kleiner Unterstand, auf dem man bei Wind und Wetter mit anderen Overlandern abhängen kann, dort steht auch ein Kühlschrank und Gaskocher zur freien Verfügung.

2. Atar: Camping Bab Sahara. Kosten 5.000 UM (ca. 12 Euro). Unser absoluter Lieblings-Campingplatz in Mauretanien! Mitten in Atar und nicht leicht zu finden. In einem Hinterhof tut sich ein richtig laues Paradies auf, sehr schön dekoriert. Der Besitzer Just ist supernett, sehr hilfsbereit und spricht auch Deutsch. Einwandfreie WC und Duschen, warme Dusche kostenlos. Internet/WLAN gab es bei uns auch kostenlos. Gegenüber hat Just eine große Garage mit Grube, wo man gut Schrauben kann. Top!

3. Chinguetti: Camping Les Rose des Salbes. Kosten 4.000 UM (ca. 10 Euro). Einfacher, kleiner Campingplatz. Der Inhaber ist sehr nett und spricht neben Französisch auch etwas Englisch. Einfache WC und Duschen, warme Dusche kostenlos. Internet/WLAN gab es bei uns auch kostenlos, war aber sehr langsam. Auf dem Gelände findet sich ein überdachter Bereich, in dem man relaxen oder den Gaskocher nutzen kann.

Bushcamps: Mauretanien ist sehr dünn besiedelt, man findet daher fast überall tolle Bushcamps. Die App iOverlander (auch als Website verfügbar) bietet einen Überblick über tolle Bushcamps, aber eigentlich geht’s auch einfacher: hinter der nächsten Düne links.

Reiseführer: Den Reiseführer Mauretanien von Edith Kohlbach könnnen wir empfehlen. Als Ebook (PDF) kostet er 10 Euro. Auch wenn er nicht mehr ganz aktuell ist und ein paar irreführenden Angaben enthält (z.B. sollte man auf das im Reiseführer beschriebene „Einladungsschreiben“ verzichten, es ist unnötig. Auch die Autoversicherung sollte man nicht, wie beschrieben, vorab per E-Mail abschließen. Deutlich günstiger und einfacher geht es direkt an der Grenze). Alternativ haben wir immer mal wieder in das Mauretanien-Kapitel des Lonely Planet West Africa geschaut (englischsprachige Ausgabe ist immer aktueller). Der Lonely Planet ist als Sammelband aber natürlich lange nicht so ausführlich und auch weniger auf Overlander zugeschnitten.

Offroadführer und GPS-Tracks: Auf Wikiloc findet man massenhaft tolle Offroad GPS-Tracks für Mauretanien. Besonders empfehlen können wir folgende Offroad-Strecken: Nouadhibou-Choum entlang des Erzzuges, Ouadane-Chinguetti durch die Wüste, Chinguetti-Tidjikja durch die Wüste.

Unsere Highlights:

1. Die wildlebenden Sahara-Krokodile bei Matmata: Es soll in Mauretanien nur noch wenige Wasserstellen geben, an denen die wildlebenden und seltenen Sahara-Krokodile zu sehen sind. Matmata gehört mit dazu. Dort findet sich am Ende eines Canyons eine Felspfanne, ein sogenanntes Guelata, das mit Wasser gefüllt ist. Zur Wasserstelle gelangt man entweder durch den Canyon (wandern) oder indem man einen relativ felsig-harten Offroad-Track fährt, der direkt oberhalb der Wasserstelle endet. Dieser Spot ist der Hammer. Man steht direkt oberhalb des Sees. Wenn man sich dort ruhig verhält, kann man ab etwa 9 oder 10 Uhr Morgens die ersten Krokos sehen. Ein einzigartiges Naturschauspiel, außerhalb jeglicher Nationalparks oder sonstigem Einfluss von Menschen.

2. Offroad-Wüstentour von Nouadhibou nach Choum entlang des Erzzuges und zum Monolith Ben Amira: Eine Bahnlinie führt von den Eisenerz-Abbaugebieten in der Sahara bis an die Küste bei Nouadhibou. Auf diesem Zug kann man als Passagier fahren, in einem leeren Kohle-Waggon übrigens umsonst. Der Ritt soll aber recht anstrengend und kalt sein (der Zug kommt Nachts in Choum an). Manchmal wird auch eine Autoplattform mitgeführt, die Mitreise darauf soll aber stressig zu organisieren sein. Viel schöner und eine toller Offroad-Einstieg, auch für Anfänger, ist die Strecke entlang der Bahnlinie mit dem eigenen Auto. Man ist mitten in der Wüste und der Track wird in Richtung Choum immer sandiger, ist aber gut machbar. Die Bahnlinie ist eine gute Orientierung. Es finden sich viele Spuren und man kann auf jegliche Navigation verzichten, wenn man immer mal wieder nach den Gleisen neben sich schaut. Wir sind immer südlich der Gleise gefahren (nördlich soll noch eine latente Minengefahr bestehen). Nach etwa 2/3 der Strecke erreicht man bei Ben Amira den drittgrößten Monolith der Welt, ein beeindruckender Fels und ein tolles Bushcamp.

3. Die Wüsten- und Oasengegend rund um Oadane und Chinguetti mit magischem Sahara-Feeling: Die Altstadt von Ouadane haben wir nur kurz besichtigt. Die verfallenen Häuser sind ganz nett, abseits der ausgetrampelten Pfade wimmelt es aber vor Kadaver, Ratten und Müll. Von Ouadane aus erreicht man den Krater Guelb er Richat, das „Auge der Sahara“. Der Krater soll von einem beinahe stattgefundenen Vulkanausbruch stammen. Wenn man darin fährt, spürt man recht wenig. Dennoch ist das Wissen (und der Blick von den Satellitenbildern aus) ein tolles Gefühl. Wir haben eine tolle, einsame Nacht am Kraterrand verbracht und konnten viele Sterne sehen. Zurück in Ouadane kann man eine schöne Wüstenpiste direkt nach Chinguetti nehmen und muss damit nicht die Wellblechpiste zurückfahren, auf der man gekommen ist. Der Track ist allerdings sehr sandig. Chinguetti ist eine große Oase und siebtheilige Stadt des Islam mit einem entsprechend tollen Flair. Die Palmengärten sind eine kurze Besichtigung wert. Direkt hinter dem Dorf beginnen die unendlichen Dünengebiete des Erg Ouarane, in denen man schön Wandern kann.

4. Offroad-Wüstentour von Chinguetti nach Tidjikja: Früher mal eine wirklich tolle und gut machbare Wüstendurchquerung. Heute gibt es eine Teerstraße, die man nach der Hälfte der Strecke erreicht. Trotzdem ist es noch immer ein tolles Erlebnis! Die Tracks sind oft sehr felsig und je weiter südlich man kommt, desto öfters trifft man auf Wanderdünen und Sandgebiete. Für Wüsten-Unerfahrene auf keinen Fall alleine zu empfehlen! Wir sind diesen Track von Wikiloc gefahren, allerdings mit einem Einstieg von der Piste zwischen Atar und Chinguetti (kurz nach der Polizeistation am Ende der Passstraße, wenn man von Atar kommt). Siehe dazu auch unsere eigenen GPS-Tracks.

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