Kongo, Cabinda und D.R. Kongo: Mit Vollgas durch den letzten „Flaschenhals“ der Afrika-Westroute.

Um aus dem sicheren Gabun in das sichere Angola zu gelangen, müssen wir den vorerst letzten, schwierigen „Flaschenhals“ durch die drei Länder Kongo, Cabinda und D.R. Kongo bewältigen. Es handelt sich lediglich um etwa 300 Kilometer Luftlinie. Allerdings warten dort vier Grenzübergänge, eine teils angespannte Sicherheitslage, korrupte Checkpoints und ein Land mit neuen Ebola-Fällen auf uns. Doch wir sind zuversichtlich! 🙂

Für den Kongo (Republik Kongo) haben wir eine ähnlich restriktive Routenplanung wie für Nigeria vorgenommen. Auf dem kürzesten Weg geht es über eine längere Offroad-Passage in die entspannte Küstenstadt Pointe Noire. Den bandenverseuchten Weg in die Hauptstadt Brazzaville und weitere Landesteile mit Terrorgefahr lassen wir verständlicherweise aus. In Pointe Noire erhalten wir ein großzügiges Angola-Visum, eines der schwersten Visa entlang der Transafrika-Westroute. Am Strand treffen wir Xai aus Frankreich (carnetdewoyage.tumblr.com) sowie Nafiseh und Stef aus den Niederlanden (cruisingoverland.com) und verbringen einen schönen Abend miteinander.

Nach ein paar Tagen reisen wir weiter nach Cabinda, eine Exklave Angolas. Dort bereitet uns eine weitere katholische Mission einen herzlichen Empfang. Von unserer kostenlosen Herberge am Strand hat man einen tollen Ausblick auf die lodernden Gasfackeln der zahlreichen Ölbohrplattformen vor der Küste. Nach nur einem Tag und dem bisher günstigsten Tankstopp (0,33 Euro pro Liter Diesel) geht es weiter in das nächste Abenteuer.

Auch durch die D.R. Kongo (Demokratische Republik Kongo) wollen wir auf dem kürzesten Weg. Aus dem tiefen Dschungel des Nordostens werden erneut vereinzelte Ebolafälle gemeldet und in anderen Landesteilen marodieren Terrorbanden, Milizen und Militär. „Doktor Kongo“ empfängt uns so, wie man sich Afrika vor der Reise vorstellt: mit dem vollen Leben. Staubige Pisten, komplett überladene Schrottautos, laute Musik, betriebsame Märkte, verstopfte Städte, Polizei und Militär wahlweise mit oder ohne Uniform (dafür immer schwer bewaffnet und mit verspiegelten Sonnenbrillen), laute Musik, der Duft von gegrilltem Fleisch, der Gestank von Abgasen und brennendem Müll sowie sehr gut gelaunte und freundliche Menschen. Uns gefällt dieses pralle Chaos mittlerweile sehr gut, gerne würden wir mehr vom Land sehen. Wären da nicht die korrupten Checkpoints für Straßengebühren, wo wir als Touristen meist den zehnfachen Preis der Locals bezahlen sollen (etwa 30 Euro pro Checkpoint). Aber dank zahlreicher Tipps aus der App iOverlander sind wir gewarnt und können die meisten Abzocken offroad umfahren. Nach drei Tagen erreichen wir wohlbehalten und gut gelaunt die Grenze zu Angola.

In den beiden Kongos galt übrigens bis vor nicht allzu langer Zeit ein öffentliches Fotografieverbot. Auch heute ist es nicht einfach, Bilder zu machen.

2 Kommentare

    1. Jawohl, leider nur nicht so viele 🙂 War kaum möglich, in den beiden Kongos entspannt die Kamera herauszuholen (Fotografieverbote bis vor Kurzem).

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