Mosambik und Malawi: Transit durch das Land der Vampirjäger und Strandurlaub am Malawisee.

Kurz bevor wir in Mosambik einreisen und nach Nampula fahren können, erreichen uns von dort beunruhigende Nachrichten. In der Stadt brennen Barrikaden, die Bevölkerung protestiert wegen des Todes ihres Bürgermeisters. Kurz darauf greifen islamistische Terroristen der somalischen Al-Shabaab etwas weiter nördlicher von Nampula einen Polizeiposten an. Und etwas südlicher werden Ortsfremde von wütenden Mobs gelyncht, weil sie für Vampire gehalten werden. Kein Witz… Kriminelle nutzen den weit verbreiteten Aberglauben in der Bevölkerung aus und verbreiten das Gerücht, dass ortsfremde Vampire zusammen mit den örtlichen Behörden den Menschen das Blut aussaugen, um auf Plündertour zu gehen. All das klingt irgendwie nicht nach dem Strandurlaub, den wir uns von Mosambik erhofft hatten 😉 Aber durch müssen wir dennoch. Also fahren wir soweit wie möglich entfernt von all dem Trouble in sechs Stunden durch das Land – schade! In Malawi wähnen wir uns in Sicherheit, nur um kurz darauf zu erfahren, dass es die Vampir-Paranoia auch über die Grenze geschafft hat. In der Folge werden im südlichen Malawi bereits acht Tote verzeichnet. Zefix, Afrika ist verrückt! Also fahren wir gleich etwas weiter an das Cap Maclear am Malawisee. Dort kommen wir endlich zu unserem Strandurlaub. Und Strandurlaub ist hierbei wörtlich zu nehmen, in’s Wasser gehen wir nämlich nicht. Der See ist großflächig mit Bilharziose verseucht, die kleinen Würmer gehen durch die Haut und nisten sich in der Leber ein. Irgendwas ist immer. Auch wenn die meisten Touristen bedenkenlos schwimmen gehen und danach einfach Anti-Larven-Pillen einwerfen, wir haben keinen Bock auf Baden! 🙂 Das Leben am See ist aber auch so faszinierend, es spielt sich alles im und um das Wasser herum ab: Fische fangen, Wäsche waschen, Geschirr spülen, Baden und Körperpflege. Also hoffen wir auch auf reichlich guten Fisch. Doch Fehlanzeige, der Malawisee ist stellenweise stark überfischt. Hilfsorganisationen und Regierung haben in der Bevölkerung Moskitonetze verteilt, um die Malariaseuche halbwegs in den Griff zu bekommen. Diese engmaschigen Netze werden jetzt zum Teil auch zum Fischen verwendet. In der Folge werden bereits die kleinsten Fische an Land gezogen, die Populationen haben keine Chance auf Vermehrung. Überall bekommen wir nur winzig kleine Fische angeboten, wir nennen sie Mossie-Fische, und leider schmecken sie auch noch bitter. Auch die sonstige Versorgungslage ist mal wieder schwierig. Es gibt keine echten Supermärkte, in den kleinen Geschäften bekommt man wie in ganz Westafrika nur importierte Konserven und labbrigen Toast, am Straßenrand nur Fisch, Tomaten und Zwiebeln. Das gute und abwechslungsreiche Essen von daheim fehlt uns auf unserer Reise sehr! 🙂 Von der Monkey Bay fahren wir an die Senga Bay, auch dort ist es ganz nett. Aber Malawi überrascht uns mit seiner Armut und sehr hohen Bevölkerungsdichte. Wir fühlen uns schon wieder an Westafrika erinnert, wo hunderte Menschen tatenlos in den Dörfern herumhängen und wieder einmal fragen wir uns: was war zuerst, die Lähmung der Gesellschaft durch Armut oder die Entstehung von zunehmender Armut durch die Trägheit der Menschen? Wahrscheinlich beides, befeuert durch geringe Bildung, Chancenungleichheit und Korruption auf allen Ebenen. Wir machen einen Ausflug in das hoch über dem See gelegenen Livingstonia, eine frühe Missionsstation aus der Kolonialzeit. Von hier aus genießen wir die tolle Aussicht und entspannen im kühlen Klima. Malawi ist außerdem das Land der Fahrräder, zum ersten Mal in Afrika sehen wir viele Menschen radeln oder schwere Lasten auf den Rädern schleppen. Den für uns schönsten Strand entdecken wir schließlich an der Nkhata Bay. Hier hat sich ein Auswanderer-Paar eine kleine Burg direkt an den weißen Sandstrand gesetzt (Kachere Kastle). Endlich bekommen wir etwas größeren Fisch und zum ersten Mal in unserem Leben nehmen wir ihn selbst aus. Ist es nicht verrückt, wie weit wir in Europa mit unserer industriellen Nahrungsmittelproduktion von der Natur entfernt sind? Im Kastle genießen wir am Pool bei Rockmucke unsere letzten Tage in Malawi und freuen uns auf Tansania.

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